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Von Standby auf Aktiv! - Das andere Bewerbungstraining

Foto eines Teilnehmers

Viel zu wenige Ausbildungsplätze stehen für Haupt- und Realschüler zur Verfügung. Gleichzeitig werden vorhandene Ausbildungsplätze nicht besetzt, da die Bewerber laut Aussagen von Industrie, Handwerk, Handel und Dienstleistern nicht das nötige Rüstzeug mitbringen. Neben schulischen Leistungen sind zunehmend Auftreten, soziale Kompetenz und Kommunikationsfähigkeit gefragt.

Mit dem Projekt "Von Standby auf Aktiv - Die Bewegte Bewerbung" werden Bewerbungstraining und der Erwerb von Sprach-, Sozial- und Medienkompetenz kreativ miteinander verbunden. Mit Unterstützung der Stiftung Medienkompetenz und der Landesanstalt für Kommunikation startete die Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung (LKJ) Baden-Württemberg Ende 2006 das Projekt "Von Standby auf Aktiv - das andere Bewerbungstraining".

Durch Spenden der Kinderhilfsaktion des SWR “Herzenssache” kann das erfolgreiche Projekt im Jahr 2011 an 16 Schulen durchgeführt werden. Im Zeitraum von fünf Jahren war das LKJ-Team in 75 Schulen (54 Hauptschulen, 14 Realschulen, 1 Förderschule, 6 BfZ-Einrichtung) des Landes zu Gast. Bislang entstanden ca.720 individuelle Bewerbungsclips. Nachfrage und Resonanz sind beeindruckend.

Herzenssache-Tag

Insgesamt 87 Kinder aus Herzenssache-Projekten besuchten am 6. Oktober das SWR-Studio in Mainz. Sie durften einen Tag lang hinter die Kulissen von Fernsehen und Hörfunk blicken. Auch neun Schüler der Integrierten Gesamtschule Mannheim-Herzogenried folgten der Einladung der „Herzenssache“. Im April dieses Jahres nahmen die Schüler am Projekt „Von Standby auf Aktiv – die Bewegte Bewerbung“ der Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung (LKJ) teil.

Die Schüler nutzten den Tag, um mit professioneller Unterstützung eine Landesschau-Sendung zu erstellen. Vom Texten der Moderation über das richtige Fernseh-Make-up bis hin zu Regieanweisungen und Kamerabedienung – alles durften die Schüler ausprobieren und erstellten dabei ihre ganz persönliche Sendung.

Ein toller Tag für die Schüler, vielen Dank an die „Herzenssache“!

Fotos: Claudia Lemcke,SWR

 

Filmdokumentation zum Projekt

Angebot, Struktur und Ablauf

Szene aus Standby"Von Standby auf Aktiv" richtet sich an Schüler der 8. Klasse Hauptschule und 9. Klasse Realschule. Das Projekt unterstützt Jugendliche beim Start in den Beruf. Im Rahmen von zweieinhalbtägigen Workshops produzieren Schüler zusammen mit einem Theaterpädagogen oder Kommunikationstrainer und einemFilmemacher einen Bewerbungsclip, den sie später als Teil ihrer Bewerbungsunterlagen nutzen können. Dass externe Profis in die Schule kommen, wirkt motivierend auf die Schüler und ist, wie die bisherigen Erfahrungen zeigen, ein zentraler Aspekt dieser Arbeit. Die Jugendlichen spüren die handwerkliche Kompetenz und akzeptieren die darauf beruhende Sachautorität.

Der inhaltliche Einstieg in den Workshop besteht aus Fragen zu Berufswünschen und Zukunftsvorstellungen: "Was kannst du und was willst du einmal werden?" Diese scheinbar einfache Frage wühlt auf und animiert die Teilnehmer, über ihre Interessen, Wünsche und Fähigkeiten nachzudenken und sich darüber in der Gruppe auszutauschen. Das Feedback der Mitschüler untereinander liefert ein wichtiges Reflexionspotenzial, das hilft, die eigenen Qualitäten und Möglichkeiten realistisch einzuschätzen. Dabei wird nicht nur geredet: Warm-Up, Spiele, Wahrnehmungs- und Konzentrationsübungen und nicht zuletzt Rollenspiele bereiten die Arbeit vor der Kamera vor.

Kamera filmtFür die Produktion der Videoclips geben die Workshopleiter zunächst ein Storyboard als filmisches und dramaturgisches Arbeitsmodell vor, bei dem der technische Aufwand und die filmästhetischen Mittel einfach gehalten sind. Sie schaffen dadurch einen überschaubaren Produktions-Rahmen für die Teilnehmer und sorgen durch diese Vorgabe für gleiche Voraussetzungen und eine einheitliche Arbeitsbasis für alle Beteiligten. So erfahren die Schüler exemplarisch einen filmischen Produktionsprozess und lernen filmsprachliche Gestaltungsmittel und Wirkungen kennen. Immer wieder müssen sie eine Einstellung wiederholen, sich extrem konzentrieren und gleichzeitig authentisch bleiben, um während der Aufnahme die richtigen Formulierungen für ihre Selbstdarstellung zu finden. Dabei ermutigen sie sich untereinander und unterstützen sich bei den vielen notwendigen Handgriffen vor und hinter der Kamera.

Beispiel für einen fertigen Bewerbungsclip: Luca Schick

 

Resonanz

Das Projekt "Von Standby auf Aktiv" wurde mit dem Preis "Kinder zum Olymp" ausgezeichnetDie Resonanz auf das mehrfach ausgezeichnete Modellprojekt (Preis der Kulturstiftung der Länder "Kinder zum Olymp 2007" und als ein Projekt der Eduard Spranger Schule Reutlingen den Deichmann-Förderpreis 2008) ist sehr positiv. Eltern und Lehrkräfte überrascht die starke Präsenz der Schüler in den Filmclips sowie die Aussagekraft der einzelnen Bewerbungsfilme – ganz abgesehen von der großen Freude und Motivation, mit der alle Beteiligten an den Workshops teilnehmen. Von "Standby auf Aktiv" wirkt und findet Nachahmer: In Rheinland-Pfalz und Hessen wurde das erfolgreiche Projekt der Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung (LKJ) unter dem Motto "Bewegte Bewerbung" vom Bildungszentrum Bürgermedien e.V. und weiteren Partnern umgesetzt.

Projektblog

Die bisherigen Beiträge, die bei "Von Standby auf Aktiv" entstanden sind, finden sich nun auch im Standby-Projektblog. Zum Projektblog

Webreportage

Die ehemalige FSJlerin Lisa-Marie Frey begleitete die Referenten Julia Lukas und Jakob Kruczek an die Bertha-von-Suttner Realschule in Stuttgart-Freiberg. Sie verfasste im Anschluss eine sehr gelungene Webreportage, die einen guten Einblick ins Projekt bietet.

Dokumentation zu "Von Standby auf Aktiv"

In einer 24seitigen Dokumentation sind Erfahrungen, Projektergebnisse und die konzeptionellen Grundlagen nun eindrücklich dokumentiert. Die Broschüre kann gegen einen Unkostenbeitrag von 10 Euro inklusive Versand per E-Mail angefordert werden.

 
 
 
Kontakt

eMail schickenEllen Klassen
Telefonnummer 0711-120 027 8