Die LKJ bei YoutubeDie LKJ bei Facebook
Fruchtbare Begegnung zwischen Theorie, Praxis und Politik beim LKJ- Symposium "Kulturelle Jugendbildung - Brücke zwischen den Kulturen?" am 11. Juli in Stuttgart

Die LKJ Baden-Württemberg führt seit drei Jahren im Auftrag des Kultusministeriums ein Förderprogramm zur Integration ausländischer Jugendlicher mit Mittel und Methoden der Jugendkulturarbeit durch (Teilprogramm der Handlungsempfehlung der Enquête-Kommission Jugend-Arbeit-Zukunft). Insgesamt wurden bisher 115 Projekte mit rund 4800 Teilnehmer/innen initiiert und/oder finanziell unterstützt. Im Rahmen eines interkulturellen Symposium mit über 80 Teilnehmer/innen wurde ein Zwischenresümee unter dem Motto "Kulturelle Jugendbildung - Brücke zwischen den Kulturen?" gezogen. Im Mittelpunkt stand der Dialog zwischen Praxis, Theorie und Politik unter der Fragestellung "Kulturelle Jugendbildung - Chancen zur Integration". Welchen Beitrag können und sollen die landesweit tätigen Organisationen der kulturellen Jugendbildung mit ihrem kulturpädagogischen Netzwerken in Musik, Theater, Tanz, Zirkus, kreativer Mediennutzung, Literatur etc. für die Integration leisten?

Die Thesen des Vortrags von Prof. Dr. Max Fuchs (1. Vorsitzender Bundesvereinigung Kulturelle Jugendbildung und 1. Vorsitzender des Deutschen Kulturrats) zum Thema "Bildung - Brücke zwischen den Kulturen" waren Ausgangspunkt für den Dialog:
1. In der (interkulturellen) Kulturarbeit kann man wichtige Begriffe des politischen und pädagogischen Diskurses sinnlich wahrnehmbar und erfahrbar machen.
2. Insbesondere hilft Kulturarbeit dabei, Containerbegriffe von Kultur, Identität, Integration und Kunst zu überwinden.
3. Kulturarbeit entfaltet so (individuelle) Bildungswirkungen und erfüllt (soziale) Kulturfunktionen.
4. Insbesondere sind die Künste in der Kulturarbeit ein wirkungsmächtiges "Instrument", das allerdings auf Grund der Möglichkeit des antihumanen Missbrauchs verantwortungsvoll und reflektiert eingesetzt werden muss.
5. Eine solche Kulturarbeit braucht Rahmenbedingungen, braucht Material, Räume und natürlich auch Geld.

Der komplette Vortrag zum Download als PDF-Datei

Nach kurzen Statements der bildungs- bzw. jugendpolitischen Sprecher der im Landtag vertretenen Parteien: Georg Wacker (CDU), Dieter Kleinmann (FDP), Christoph Bayer (SPD), Edith Sitzmann (Die Grünen) diskutierten die Politiker/innen mit rund 80 Vertreter/innen aus kulturpädagogischen Einrichtungen in Baden-Württemberg u.a. Erfahrungen und Schwierigkeiten im Bereich Kooperation außerschulische Jugendbildung und Schule sowie die Notwendigkeit, die kulturpädagogischen Organisationen und Einrichtungen in Baden-Württemberg nachhaltig zu unterstützen - im Rahmen von Förderprogrammen mit der Möglichkeit zu Projektförderung, aber auch als kontinuierliches Angebot der kulturellen Jugendbildung.

Der Dialog zwischen Theorie, Politik und Praxis wurden eindrücklich durch Beispiele von geförderten Projekten aus dem LKJ-Programm für die Augen und die Ohren ergänzt. So präsentierte Chris Deboe seinen SlamPoetry Rap und Richard Durai seine Lyrics aus den Schreibwerkstätten des Friedrich-Bödecker Kreises. Eine vielfältigen Einblick erhielten die Symposiumsteilnehmer/innen in die fruchtbare Kooperation der Jugendkunstschule Filderstadt mit der Lindenschule unter dem Motto "Kunst(T)räume". Mehrere Projekte: Theaterszenen, Malerei- und Bildhauerwerkstatt wurden von den Schüler/innen der Förderschule vorgestellt. Selbstbewusst präsentierten acht Mädchen aus Konstanz eine Szenencollage zum Thema Vorurteile, die mit Konstanze Feger von InVia Mädchensozialarbeit Diözesandverband Freiburg angereist waren.

Einen kompetenten Moderator hatten die Veranstalter des Symposiums im Experten Dr. Martin Kilgus von SWR International.