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Typisch! - Im Labyrinth der Kulturen

Plakat zum Projekt

Das Zusammenleben von Menschen verschiedener Kulturen wird unter vielen Facetten diskutiert. Jugendliche gehen mit dieser Fragestellung häufig emotional um. Diese Emotionalität will die Ausstellung "Typisch - im Labyrinth der Kulturen" aufgreifen.

In einem Labyrinth mit verschiedenen Erfahrungsräumen werden die Besucher mit Fremdheit und Heimat konfrontiert. Dabei können sie unterschiedliche Dimensionen von Fremdheit und Heimatlosigkeit am eigenen Leibe erfahren. Aber auch das Gefühl des Zuhauseseins und des Ankommens, wie es für den Menschen lebensnotwendig ist, wird spürbar. In ihrer Darstellung will die Ausstellung nicht unbedingt belehren, sondern aufmerksam machen.

Die Reise durch das Labyrinth der Kulturen beginnt...

...mit einem Stimmengewirr, in dem Jeder und Jede fremde und vertraute Klänge entdecken kann. Wo sind wir: zu Hause, im Urlaub ..? . Wir kommen in einen Raum in dem uns Verkehrsschilder mit provokanten und "typischen" Sprüchen und Urteilen über Deutsche, Türken, Muslime, Ossis, Wessis, Männer, Frauen …. verwirren und nirgendwo hinführen.

Auf dem intimsten aller Orte, der Toilette, können wir heimlich Botschaften an die Wand schreiben. In einem Wohnzimmer finden wir ein Stück Heimat fremder Menschen, das uns in vertrauter Atmosphäre nahe gebracht wird.

Die nächste Station zeigt, wie Kleider Kulturen machen und ihrem Träger ein Spiel mit Identitäten ermöglichen. Ähnlich ist es mit der Ernährung. Ob jemand Schweinefleisch isst oder nicht, kann etwas über die Religion aussagen, der er angehört, muss es aber nicht. Der Speiseplan einer modernen Industriegesellschaft hat bereits viele kulturelle Vermischungen erfahren. Gibt es solche Vermischungen auch in der Musik? Das kann man beim Anhören von aktuellen Hits aus verschiedenen Ländern herausfinden.

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der Ausländer im Land? Sind die Menschen, die wir auf der Straße als Fremde empfinden, wirklich Fremde in unserem Land? Die Fakten sprechen dagegen!

Das Gefühl der Heimat ist etwas ganz persönliches, das jeder Mensch für sich bestimmen muss und sich auf keiner Landkarte einzeichnen lässt. Eine Wunderkammer öffnet den Blick auf eine Vielzahl menschlicher "Heimaten". Hier können die Besucher auch ein Stück "Heimat" deponieren, dass sie von zu Hause mitgebracht haben.

In der Lounge finden sich Musik, Bild und Literatur als Sprachen der Emotionen zusammen. Sie stehen dafür, Mauern aus Vorurteilen einzureißen und über Ländergrenzen hinweg eine Dimension der Verbundenheit zwischen Menschen herzustellen.

Zahlen und Fakten

Die interaktive Ausstellung "Typisch - im Labyrinth der Kulturen" der Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung (LKJ) fand im Juli 2005 in der Wagenhalle Nordbahnhof Stuttgart statt.

Die Ausstellung wurde mit Studenten der Kunstakademie Stuttgart und Jugendlichen unter Begleitung von Prof. Uwe Reinhardt und Simone Baum realisiert und vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg, Referat Jugend unterstützt.