Einblicke

Was macht eigentlich ein*e Kulturagent*in? Wichtigster Teil der Arbeit ist es, die beteiligten Schulen bei ihren Überlegungen zu unterstützen, wie Kunst und Kultur (noch mehr) im schulischen Alltag präsent sein können.

Dies bildet sich zum einen in den entwickelten Kulturfahrplänen ab, zum anderen werden diese Überlegungen durch künstlerische Projekte für die Schüler*innen erfahrbar. Die Projekte werden passgenau in Kooperation mit außerschulischen Kulturpartner*innen entwickelt und umgesetzt. Dafür stehen bei „Kulturagenten für kreative Schulen Baden-Württemberg“ im Zeitraum von vier Jahren 800.000€ für die 38 beteiligten Schulen zur Verfügung. Die Kulturagent*innen unterstützen bei der Planung und Umsetzung der Projekte sowie bei der Öffentlichkeitsarbeit.

Außerdem sind die Kulturagent*innen die „Qualitätswächter“, die dafür Sorge tragen, dass die Konzepte und Projekte bestmöglich umgesetzt werden. Alle Projekte, die im Kulturagentenprogramm entstehen, werden nach Abschluss im Kooperationskompass dokumentiert.

Kulturagentenprogramm in Göppingen

Lichtgestalten

Im Geschichtsunterricht der Klasse 10c am Werner-Heisenberg-Gymnasium wurde das Thema „Lichtgestalten“ behandelt. Passend dazu gab es ein Kulturprojekt aus dem Bereich Bildende Kunst, das den Schüler*innen die Auseinandersetzung mit der raumgestaltenden Qualität von Licht ermöglichte. Die künstlerische Umsetzung gelang den Schüler*innen dann mithilfe spezieller transluzenter Farbfensterfolien, deren Farben sich bei Überschneidung mischen und die nun das Licht farbig in die Schulräume fallen lassen. So entstand am WHG ein dauerhaftes Spiel von Schatten, Farben und Licht, das nun das Schulhaus belebt.

Kultur beflügelt

Die "Filstalwelle" berichtet über das Kulturagenten-Programm der LKJ in Göppingen. Die Kulturagentin Kerstin Schaefer unterstützt vier Schulen bei ihrem kulturellen Schulprofil. Sie sucht Künstler*innen und Kulturinstitutionen als Kooperationspartner und setzt spannende kulturelle Projekte mit den Schüler*innen und den Kulturbeauftragten der Schulen um.

AiR/S GebhART - Kunst am Campus

 Erste Werkschau zum Thema "Heimat"

Bereits im Schuljahr 2015/16 gab es an der Gemeinschaftsschule Gebhard in Konstanz eine erfolgreiche Testphase des mehrjährigen Kulturprojekts „AiR/S – Artists in Residence“, bei dem Künstlerinnen und Künstler ihre Tätigkeiten mit und an der Schule ausübten und Projekte unterschiedlicher künstlerischer Fachrichtungen an die Schule brachten.

Im Februar 2017 veranstaltete die Schule nun im Rahmen ihres Präsentationsformats „GebhART – Kunst am Campus“, vier Projekttage, die ganz unter dem Motto „Heimat“ standen. Die Lernenden der Klassenstufe Sechs näherten sich in drei Gruppen künstlerisch, tänzerisch und performativ unterschiedlichen Texten zum Thema und gingen der Frage nach, was Heimat für sie bedeutet.

 

Das Lied „Nador“ der Sängerin Namika über ihre marokkanische Heimatstadt zum Beispiel war eine der Arbeitsgrundlagen und brachte so manche Schülerin und so manchen Schüler mit Wurzeln in anderen Ländern dazu, über die eigene Definition von Heimat nachzudenken.
Mit Unterstützung des Theaterpädagogen Denis Ponomarenko entstand ein Theaterstück, bei dem ein Junge seine Heimat sucht und dabei unter anderem von Grenzwärtern zurückgestoßen wird. Grafik-Designer und Urban-Art-Künstler Emin Hasirci erarbeitete mit den Lernenden ein Graffiti, in dessen Mittelpunkt der Bodensee zu sehen war. 
Eine dritte Gruppe setzte das Thema des Projekttags tänzerisch um. Unterstützt wurden die Schülerinnen und Schüler dabei von Tänzer und Choreograf Marvin Muhungo. 

Am 6. Februar 2017 fand in der Aula der Gemeinschaftsschule Gebhard eine Werkschau aller Workshops statt, bei der die jungen Künstlerinnen und Künstler voller Stolz ihr Können vor Publikum präsentierten.

Weitere Details zum Projekt finden Sie im Kooperationskompass.

 

Zeitsprünge - Wenn Klassik auf Moderne trifft

Crossover-Projekte zu Tanz, Musik und Literatur 

Dass Klassische Musik und Literatur nicht verstaubt und unzeitgemäß wirken müssen, erfuhren die Schüler*innen der Waldschule in Mannheim. Im Rahmen des Projekts „Zeitsprünge“ arbeiteten sie nicht nur kreativ mit Musiker*innen des Kurpfälzischen Kammerorchesters zusammen, sondern auch mit den professionellen Tänzern Jonas Frey und David Kwieck. So entstanden im Rahmen einer Projektwoche zwei Crossover-Projekte, die klassische Musik mit Streetdance und elektronischen Beats verbanden. 

Am 6. April 2017 präsentierten die Lernenden ihre spannenden künstlerischen Grenzüberschreitungen und sprichwörtlichen „Zeitsprünge“ bei einem Kulturabend im Gemeindehaus St. Elisabeth in Mannheim.

Acht Schüler*innen der Klassenstufe Neun traten in musikalischen Dialog mit dem Kurpfälzischen Kammerorchester, als sie, unterstützt von Musiker Zacharias Zschenderlein vom „Beatlabor“, den Auszug einer Sinfonie von Antonio Vivaldi auf elektronischen Instrumenten rhythmisch untermalten. 
Dass sich HipHop und klassische Musik nicht ausschließen, sondern sehr unterhaltsam ergänzen können, bewies eine weitere Gruppe von Schüler*innen, die zum Auszug einer Sinfonie von Johann Stamitz über die Bühne tanzten.  
Drei Schülerinnen ließen Johann Wolfgang von Goethes Gedicht „Der Zauberlehrling“ in neuem Licht erscheinen, indem sie den Text mit viel Rhythmusgefühl rappten.
Der Kulturabend, bei dem außerdem auch Schulchor, Lehrerband und mehrere Klassen- und Schulbands auftraten, war ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie sich Kultur und Kreativität erfolgreich und auf Dauer an einer Schule verankern lassen.

Weitere Details zum Projekt finden Sie im Kooperationskompass.

Hast du Worte? Rap- und Beatboxprojekt

Rap und Beatbox sind Musikstile, die sich besonders gut eignen, um Jugendliche in ihrer Lebenswelt zu erreichen. Diese Erfahrung machten auch alle Beteiligten des Musikprojekts „Hast du Worte?“ der Schiller-Realschule im Verbund in Schwäbisch Gmünd. 

An drei Tagen brachten Rapper Tobias Borke und Beatboxer Philip Scheibel 21 Schüler*innen und auch fünf Lehrer*innen die beiden Genres näher. Am ersten Tag des Projekts führten sie die Beteiligten zunächst in die Kunstform des Poetry Slam ein, präsentierten ihnen Videoclips und erläuterten die Merkmale der beiden Kunstformen. Schreib- und Rhythmusspiele sowie das Erstellen eigener Texte standen ebenfalls auf dem Programm.

Mädchen am Mikrofon
Zwei Jugendliche mit Mikrofon
Jugendliche singt

Der zweite Projekttag stand im Zeichen der Performance: Es wurden eigene Beats erstellt und aufgenommen und der Umgang mit dem Mikro geübt. Die beteiligten und darüber hinaus interessierte Lehrer*innen bekamen in ihrem eigenen Impulsworkshop wertvolle Anregungen für die Umsetzung der Kunstformen Rap und Beatbox im Unterricht. Am Schlusstag des Projekts ging es dann nach der Zusammenführung von Beats und Texten an die Konzeption der Performance. Die Ergebnisse des erfolgreichen Projekts wurden schließlich in der Schulaula der Rauchbeinschule vor Publikum präsentiert. Die Künstler führten gemeinsam mit den Schüler*innen durch das Programm und boten als Zugabe noch eine eigene Performance.

Weitere Details zum Projekt finden Sie im Kooperationskompass.

All Style Dance - Moderne Tanzformen als Projekt

Im Rahmen der künstlerischen Projektwoche „8th Art Week“ für alle Achtklässler*innen der Realschule Baden-Baden wurde unter dem Motto „All Style Dance“ ein Tanzprojekt realisiert.

Unter der professionellen Anleitung von Choreografin und Tänzerin Jessica Gradito erlernten 14 Schülerinnen zunächst die Grundschritte moderner Tanzformen, sowie das Zählen von Takten und die Unterschiede zwischen harten und weichen, schnellen und langsamen Bewegungen. Anschließend erarbeiteten die Projektteilnehmerinnen gemeinsam eine Choreografie, die am Ende der Projektwoche den übrigen Schüler*innen der Klassenstufe Acht auf der Bühne präsentiert wurden.

Tanzaufführung
Eine Gruppe von Tänzern

Musik und Theater

Eine Schülergruppe dokumentierte in diesem Jahr erstmals filmisch und fotografisch, was im Rahmen der „8th Art Week“ gemeinsam erarbeitet worden war. Das diesjährige Tanzprojekt verband dabei nicht nur die Fächer Musik und Sport, sondern ergänzte auch die bereits an der Schule etablierten Schwerpunktbereiche Musik und Theater. Neben dem Sich-Ausdrücken durch Bewegungsabläufe lernten die Teilnehmenden Körper- und Raumwahrnehmung, entwickelten ein klareres Körperbewusstsein, fanden Freude an Bewegung und erwarben außerdem durch die gemeinsame Arbeit an der Choreografie auch neue kreative und soziale Kompetenzen. So erlebten sie den Tanz in moderner Weise und als künstlerische Ausdrucksform. Weitere Projektformate dieser Art sind bereits angedacht.

Details zum Projekt finden Sie im Kooperationskompass.

Hier tanzen die Puppen - von der Gestaltung bis zur Bühnenperformance

Im Rahmen der diesjährigen Projekttage an der Wilhelm-Busch-Schule Ulm bekamen Schüler*innen der Klassenstufen drei bis neun die Gelegenheit, sich in der Kunst des Puppenspiels zu erproben.

Der freie Puppenspieler, Bühnenbildner und Performancekünstler Mark Klawikowski begleitete das Projekt, in dessen Rahmen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zunächst verschiedene Techniken kennenlernten, um mit unterschiedlichen Materialien ihre Figuren zu entwickeln und herzustellen. Die persönliche Erfahrungswelt der Schülerinnen und Schüler floss anschließend auch in das Erarbeiten eigener Szenen ein, die am Ende des Projekts auf der Bühne präsentiert wurden.

Drachenpuppe
Weiße Puppe

Die Projektleitung verstand sich vor allem als Begleitung und Impulsgeber und legte Wert darauf, dass die Lernenden sich kreativ ausdrücken konnten, bei handwerklich komplizierten Schritten Unterstützung erfuhren und Spielfreude entwickelten. Zum Abschluss präsentierten die Schüler*innen unter dem Motto „Rollentausch“ das Ergebnis ihrer kreativen Arbeit im Rahmen des Sommerfestes der Öffentlichkeit. Das Puppenspielprojekt war das erste Kunstgeldprojekt der Wilhelm-Busch-Schule und soll der Erweiterung des kulturellen Schulprofils dienen. Weitere Details zum Projekt finden Sie im Kooperationskompass.

Eine Gruppe von Puppen

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