Echt Fake, ich schwör!

insgesamt vier Jugendliche stehen im Kreis um ein Tablet und blicken darauf, teilweise legen sie die Arme umeinander. Das Foto wurde von oben aufgenommen.

Am 15. und 16. Juli 2026 war „Echt Fake, ich schwör!“ an der Otto-Klenert-Schule in Bad Friedrichshall zu Gast. Die Klasse 7f beschäftigte sich dabei zwei Tage lang mit Desinformation und Verschwörungsmythen sowie den Möglichkeiten und Herausforderungen künstlich erzeugter Medieninhalte. Ziel des Workshops war es, die Medienkompetenz der Schüler*innen zu stärken und sie dafür zu sensibilisieren, wie einfach Informationen, Bilder und Geschichten manipuliert oder bewusst irreführend dargestellt werden können.

Der erste Workshoptag begann mit der Übung „Zwei Wahrheiten – eine Lüge“. Dabei formulierten die Schüler*innen jeweils drei Aussagen über sich, von denen zwei wahr und eine erfunden waren. Die Klasse musste anschließend herausfinden, welche Aussage die Lüge war. So wurde spielerisch in die Themen Täuschung und Glaubwürdigkeit eingeführt. Anschließend wurden zentrale Begriffe wie Desinformation, Fake News, Verschwörungsmythen und Deepfakes gemeinsam geklärt.

Danach ging es in die praktische Arbeit. In Gruppen beschäftigten sich die Schüler*innen mit echten und gefälschten Nachrichten und Bildern und entwickelten daraus möglichst überzeugende Geschichten. Dabei wurde untersucht, welche Argumente, Materialien und vermeintlichen Belege eine Aussage glaubwürdig erscheinen lassen. Mit einem „Fakten-Bingo“ und einem „Fake-Bingo“ erarbeiteten die Schüler*innen außerdem Kriterien für seriöse und unseriöse Informationen.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Wirkung von Bildausschnitten, Perspektiven und Kontext. An verschiedenen Beispielen wurde deutlich, dass auch echte Bilder durch eine veränderte Auswahl oder einen falschen Zusammenhang irreführend wirken können. Anschließend probierte die Gruppe die KI-Bildgenerierung praktisch aus. Gemeinsam wurde ein Bildprompt entwickelt und mit unterschiedlichen KI-Werkzeugen ausprobiert. Die entstandenen Bilder wurden anschließend hinsichtlich ihrer Glaubwürdigkeit und Unterschiede betrachtet. Auch Urheberrecht, Verzerrungen und Stereotype in KI-generierten Bildern wurden thematisiert. Zum Abschluss des ersten Tages ging es um mögliche Motive hinter Falschnachrichten. Als Eselsbrücke dienten dabei die Begriffe Profit, Propaganda und Provokation. Außerdem wurden Möglichkeiten des Faktenchecks und der Verifikation von Informationen besprochen.

Am zweiten Workshoptag wurde zunächst das Gelernte wiederholt, bevor sich die Schüler*innen intensiver mit Verschwörungsmythen beschäftigten. Dabei ging es um deren Entstehung, typische Merkmale und Gründe für ihre Attraktivität. Im Anschluss entwickelten sie selbst einen möglichst plausiblen Verschwörungsmythos. Zur Auswahl standen die Szenarien „Der Schulhof wird heimlich überwacht“ und „Das Schulgebäude hat geheime Räume für einen besonderen Zweck“.

In Gruppen wurden drei vermeintlich glaubhafte Beweise für ihre jeweilige Geschichte produziert und vor der Klasse präsentiert. Dabei sollten sie ihre Mitschüler*innen möglichst gut von der erfundenen Geschichte überzeugen. Die übrigen Schüler*innen übernahmen gleichzeitig die Rolle der kritischen Prüfer*innen und untersuchten insbesondere die verwendeten Quellen und Belege.

Der zweitägige Workshop verband damit theoretische Grundlagen mit praktischen und kreativen Übungen. Die Jugendlichen konnten selbst ausprobieren, wie manipulative Inhalte entstehen und gleichzeitig Strategien kennenlernen, mit denen sich solche Inhalte kritisch hinterfragen lassen. Dabei wurden Fragen nach Quellen und Glaubwürdigkeit ebenso aufgegriffen wie Bildmanipulation, künstliche Intelligenz und die eigene Verantwortung im Umgang mit digitalen Medien.