
Ende November fand das Projekt „Smart Detectives“ an der Gemeinschaftsschule Goldberg in Sindelfingen statt. An zwei aufeinanderfolgenden Tagen arbeiteten 26 Schüler*innen einer 10. Klasse im Klassenzimmer mit dem Workshopteam am Beispiel eines gefundenen Smartphones der fiktiven Influencer-Person Maxi Löwe.
Zum Einstieg wurde das Storytelling des Projekts vorgestellt. Schnell entwickelte sich eine Diskussion rund um Gerätesperren, Passwortsicherheit und unterschiedliche Entsperrmethoden. Anhand eines Praxisbeispiels zum sogenannten Brute-Force-Hacking setzten sich die Jugendlichen damit auseinander, wie sicher eigene Passwörter tatsächlich sind und wie lange ein Knacken dauern kann. Ergänzend wurde gemeinsam ein sicheres Passwort entwickelt, das am zweiten Tag erneut abgefragt wurde.
Im weiteren Verlauf untersuchte die Klasse das gespiegelte Smartphone systematisch. Eine Voicemail führte zu verschiedenen Rechercheaufgaben, bei denen die Jugendlichen mit Schul-iPads Informationen und Hinweise zur Person Maxi Löwe sammelten. Diese wurden an der Tafel zusammengetragen und später gemeinsam eingeordnet. Der gefundene Backup-Ordner in einer Cloud-Anwendung bot den Anlass, den eigenen digitalen Fußabdruck zu thematisieren. Dabei ging es unter anderem um Datenspuren bei der Nutzung öffentlicher Netzwerke sowie um Cookies und Tracking im Internet. Anhand eines Online-Shops analysierte die Gruppe Cookie-Banner und Einstellungen und erhielt Einblicke in die technische Funktionsweise von Cookies und Browser-Profilen.
Anschließend überprüften die Teilnehmenden auf ihren eigenen Mobilgeräten App-Berechtigungen und diskutierten kritisch, welche Zugriffe für die Funktion notwendig sind und wo Daten unnötig gesammelt werden. Mit Recherche-Tools wie Bildersuchen und Bilderkennungsdiensten untersuchten sie zudem Reisefotos von Maxi Löwe auf mögliche Aufnahmeorte. Mithilfe eines Bearbeitungstools wurden Bilder angepasst, um sie datenschutzkonform weiterverwenden zu können. Den Übergang zum Thema künstliche Intelligenz bildete eine Zeichenanwendung, die erste Grundlagen zur Funktionsweise von KI vermittelte.
Der zweite Projekttag begann mit der Aufgabe, echte und künstlich erzeugte Gesichter zu unterscheiden. Dies führte zu lebhaften Diskussionen über Realitätsnähe, Schönheitsideale und Wahrnehmung. Im Anschluss erstellten die Schüler*innen eigene KI-generierte Bilder für Maxi Löwe. Dabei arbeiteten sie an präzisen Prompts und erhielten Hintergrundinformationen zu Bild-KI, Diffusionsmodellen und Trainingsprozessen. Die entstandenen Bilder, Texte und kurzen Videos wurden gemeinsam betrachtet und in Bezug auf Urheberrecht und Trainingsdaten eingeordnet.
Über beide Tage hinweg wechselten sich Informations- und Praxisphasen ab. Die Gruppe zeigte sich insgesamt interessiert und diskussionsfreudig, insbesondere bei Themen wie Datenschutz, digitale Spuren und der Funktionsweise von KI. Am Ende des Workshops hatten sie sowohl ihre Reflexionsfähigkeit im Umgang mit digitalen Medien als auch ihre Kompetenzen im kreativen Einsatz von KI-Technologien weiterentwickelt.



