
Im November war das Workshopteam an einer Werkrealschule in Lenningen zu Gast. Teilgenommen hat eine 9. Klasse mit 23 Schülerinnen und Schülern, die sich an zwei Projekttagen intensiv mit den Themen digitaler Fußabdruck, Datensicherheit und künstliche Intelligenz auseinandersetzte.
Nach einer kurzen Vorstellung des Projekts stand zunächst das Thema Smartphone-Sicherheit im Mittelpunkt. Gemeinsam mit der Klasse wurden verschiedene Sperrbildschirm-Login-Methoden besprochen und hinsichtlich ihrer Sicherheit eingeordnet. Besonders eindrücklich war dabei die Darstellung einer Brute-Force-Attacke, die verdeutlichte, wie schnell gängige Passwörter geknackt werden können. Dabei wurde deutlich, dass die von den Jugendlichen genutzten Passwörter kaum Schutz vor gezielten Angriffen bieten würden.
Im Anschluss begaben sich die Teilnehmenden auf digitale Spurensuche. Nachdem das Projekt-Handy entsperrt war, hatten sie die Aufgabe, aus den vorhandenen Daten ein möglichst genaues Profil der Eigentümerin zu erstellen. Zwar fanden sich nur wenige direkte Hinweise, doch ein Beleg über den Kauf einer Domain führte zu einer Website mit Bildern einer Weltreise. Mithilfe von Google Lens ermittelten die Schülerinnen und Schüler, an welchen Orten diese Aufnahmen entstanden waren.
Darauf aufbauend wurde der Blick auf den eigenen digitalen Fußabdruck gelenkt. Die Klasse setzte sich damit auseinander, an welchen Stellen persönliche Daten freiwillig oder unfreiwillig weitergegeben werden. Sie überprüften App-Einstellungen auf ihren eigenen Geräten und diskutierten insbesondere die Standortübermittlung durch soziale Netzwerke, Navigations-Apps und Fitnesstracker sowie mögliche Konsequenzen.
Ein praktischer Teil widmete sich der Bildbearbeitung. Mit einem kostenlosen Online-Tool retuschierten die Jugendlichen Bilder und lernten anschließend die Grundlagen der KI-gestützten Bildgenerierung kennen. Da frühere Erfahrungen mit solchen Anwendungen eher durchwachsen waren, wurde zunächst ein bestehendes Bild aus einem Instagram-Account möglichst genau nachgestellt. Dabei zeigte sich, wie entscheidend präzise Prompts für gute Ergebnisse sind. Die entstandenen Bilder wurden gemeinsam betrachtet und kritisch besprochen. Zum Abschluss des ersten Tages gestaltete die Klasse eigene KI-generierte Bilder für den Instagram-Account, wobei viele kreative und ansprechende Ergebnisse entstanden.
Der zweite Projekttag begann mit der gemeinsamen Analyse der veröffentlichten Beiträge. Die Jugendlichen reflektierten die verwendeten Prompts sowie die von ChatGPT generierten Texte in Bezug auf Inhalt und Ausdruck. Anschließend bearbeiteten sie Aufgaben zu Alltagsanwendungen von künstlicher Intelligenz, etwa zur Funktionsweise von Musikempfehlungen auf Streaming-Plattformen. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf Phishing und Fake News. Anhand bekannter KI-Fakes sowie weiterer Beispiele untersuchten sie Bilder, Chatnachrichten und Gewinnspiele auf ihren Wahrheitsgehalt, unter anderem mithilfe von Google Lens.
In einer abschließenden Praxisphase produzierten die Schüler*innen Reels für den Instagram-Account. Dabei lernten sie, mit KI eine Moderatorenstimme zu erzeugen und diese in kurzen Videoclips einzusetzen. Die Ergebnisse wurden gemeinsam präsentiert und zum Anlass genommen, über Persönlichkeits- und Urheberrechte bei KI-generierten Bildern und Videos zu sprechen. Zum Abschluss wurde das erarbeitete Profil der Handybesitzerin aufgelöst, bevor die Klasse ins Wochenende entlassen wurde.



