
Im Dezember nahm einer 9. Klasse einer Realschule am Projekt „Smart Detectives“ teil, das sich mit digitalen Spuren, Datenschutz und dem Einsatz künstlicher Intelligenz beschäftigte.
Zu Beginn versuchten die Teilnehmenden, ein mitgebrachtes Smartphone zu entsperren. Nach mehreren Versuchen und einer kurzen Unterstützung gelang dies. Daran anschließend tauschte sich die Gruppe über eigene Log-in-Strategien und Schutzmaßnahmen aus. Dabei wurde deutlich, wie unterschiedlich sicher Passwörter gewählt sind. Im nächsten Schritt begannen die Jugendlichen, systematisch nach Spuren auf dem Gerät zu suchen. In einem Backup-Ordner fanden sie Bilder und Belege, die sie gemeinsam auswerteten. Neue Hinweise wurden an der Tafel gesammelt, sodass sich nach der ersten großen Pause ein erstes Profil des Gerätebesitzers ergab. Die Klasse kam übereinstimmend zu dem Schluss, dass es sich um einen männlichen Besitzer handeln müsse.
Darauf aufbauend arbeiteten die Jugendlichen mit Bildrückwärtssuchen wie Google Lens und TinEye. Anhand von Bildern einer Webseite recherchierten sie mögliche Aufnahmeorte und stellten fest, dass Suchergebnisse unterschiedlich ausfallen können. Diese Beobachtungen führten zu einer vertieften Auseinandersetzung mit dem digitalen Fußabdruck. Die Teilnehmenden übertrugen das Thema auf ihre eigene Mediennutzung und überprüften auf ihren Smartphones App-Berechtigungen und Standortfreigaben. Einige nahmen direkt Änderungen vor. Ergänzend wurde anhand einer bekannten Shopping-Webseite erläutert, welche Daten durch das Akzeptieren aller Cookies freigegeben werden.
Im praktischen Teil des Workshops stand das sogenannte Prompting im Mittelpunkt. Die Jugendlichen lernten, wie wichtig präzise Beschreibungen für die Arbeit mit KI-Bildgeneratoren sind. Ein vorhandenes Bild wurde möglichst genau nachbeschrieben und neu generiert. Anhand der Abweichungen wurde deutlich, an welchen Stellen künstliche Intelligenz an Grenzen stößt. Anschließend erstellten die Teilnehmenden eigene Bilder und formulierten mit Unterstützung von ChatGPT Texte für einen Instagram-Account.
Am zweiten Tag wurden die Ergebnisse gemeinsam betrachtet. Mit dem Online-Spiel „Which Face is Real“ übte die Gruppe, KI-generierte Bilder zu erkennen und typische Fehler zu benennen. Danach trainierten sie mit dem Tool „Quick Draw“ eine künstliche Intelligenz und setzten sich mit der grundlegenden Funktionsweise von Bilderkennung auseinander. An einfachen Zeichnungen wurde erklärt, wie KI Bildinformationen ordnet und warum dies etwa für autonomes Fahren relevant ist.
Nach der Pause bearbeiteten die Jugendlichen mit einem Online-KI-Tool Bilder einer Webseite und entfernten Personen aus den Aufnahmen. Die einfache Handhabung führte direkt zum Thema Urheber- und Persönlichkeitsrechte. In einem Quiz schätzten die Teilnehmenden ihr Wissen ein, die Ergebnisse wurden anschließend gemeinsam besprochen und diskutiert.
Zum Abschluss des Workshops gestalteten die Jugendlichen Reels oder Bilder für eine Instagram-Seite. Dabei konnten sie die erlernten Inhalte noch einmal praktisch anwenden und kreativ umsetzen.



