
An der Schule mit dem demokratisch und christlich geprägten Leitbild fand der Workshop „Echt Fake, ich schwör!“ mit Schüler*innen der 10. Klasse statt. Die Jugendlichen begegneten dem Projekt von Beginn an offen und interessiert. In der Vorstellungsrunde wurde deutlich, dass sie sich mit den Themen Fake News und Verschwörungsmythen auseinandersetzen wollten und bereit waren, aktiv mitzuarbeiten. Die Arbeit erfolgte überwiegend eigenständig mit schuleigenen iPads.
Der erste Workshoptag begann mit einer Kennenlernphase und einer einführenden Übung, bei der kleine Unwahrheiten entlarvt werden sollten. Daran anschließend beschäftigten sich die Schüler*innen intensiv mit Fake News. Theoretische Inputs wurden gezielt mit praktischen Einheiten kombiniert: Die Jugendlichen analysierten gefälschte Bilder und entwickelten selbst falsche Social-Media-Beiträge. Diese Ergebnisse dienten als Grundlage für die weitere inhaltliche Vertiefung und halfen dabei, Theorie und Praxis miteinander zu verknüpfen. Besonders aufmerksam setzten sich die Teilnehmenden mit der Frage auseinander, wie glaubwürdig Inhalte im Netz wirken können und wie sie überprüft werden.
Nach der Pause wurde das Thema Verschwörungsmythen eingeführt. Anhand bekannter Beispiele und gemeinsamer Recherchen, unter anderem zur Mondlandung, entstand ein reger Austausch über Argumente, Belege und Gegenargumente. Die Jugendlichen beteiligten sich engagiert an den Diskussionen und reflektierten kritisch, warum bestimmte Erzählungen überzeugend erscheinen können.
Der zweite Workshoptag stand im Zeichen der praktischen Medienarbeit. Nach einer Wiederholung der zentralen Inhalte und einer Einführung in die Medientheorie erprobten die Schüler*innen filmische Grundlagen wie die 5-Shot-Technik sowie die Durchführung von Interviews. In Kleingruppen testeten sie Kamera- und Tontechnik und sammelten erste Ideen für eigene Fake-Geschichten oder Verschwörungserzählungen. Anschließend entwickelten die Gruppen konkrete Drehpläne und setzten diese selbstständig im Schulgebäude um.
Am dritten Tag wurde weiter gefilmt und das bereits aufgenommene Material gesichtet und geschnitten. Die Jugendlichen arbeiteten konzentriert an der Postproduktion und nutzten unterschiedliche Einstellungsgrößen sowie Schnittbilder. Zum Abschluss präsentierten die Gruppen ihre Ergebnisse in einem gemeinsamen Rahmen: Zunächst stellten sie ihre Verschwörungsgeschichten vor, zeigten die dazugehörigen „Beweise“ und präsentierten anschließend die fertiggestellten Filme. In der abschließenden Diskussion reflektierten die Schüler*innen gemeinsam, welche Elemente glaubwürdig wirkten und woran sich die konstruierten Verschwörungsmythen erkennen ließen.
Insgesamt zeigten die Teilnehmenden großes Engagement und Kreativität. Die produzierten Fake-Geschichten und Filme wurden innerhalb der Gruppe aufmerksam verfolgt und wertschätzend aufgenommen. Der Workshop bot den Jugendlichen die Möglichkeit, sich intensiv mit Medieninhalten auseinanderzusetzen und einen reflektierten Umgang mit Informationen zu erproben.
