
In der Evangelischen Stiftung Lichtenstern fand ein YourStory-Workshop mit zehn Teilnehmenden unterschiedlichen Alters statt. Die Stiftung unterstützt Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung. Im zweijährigen Berufsbildungsbereich werden Jugendliche und junge Erwachsene auf das Berufsleben vorbereitet und lernen je nach Neigung und Eignung verschiedene Arbeitsfelder kennen, darunter Holzverarbeitung, Lagerhaltung, Fahrradreparatur, Gastronomie, Pferdehof, Landschaftspflege, Einzelhandel und Töpfern. Auch Team- und Kontaktfähigkeit sowie Sozialkompetenzen sind Bestandteil der Ausbildung.
Zum Einstieg startete der Workshop mit einer lockeren Fragerunde. Mithilfe von Fragekarten tauschten sich die Teilnehmenden über YouTube und andere soziale Medien aus. Dabei ging es unter anderem darum, wann ein Tutorial als hilfreich empfunden wird und wann nicht. Besonders die viele Werbung in sozialen Medien wurde als störend wahrgenommen. Anschließend wurde erklärt, warum Nutzer*innen in sozialen Medien häufig bestimmte Werbung angezeigt bekommen. Danach ging es um Tutorials und die Frage, welche Technik für eine Videoproduktion benötigt wird. Die Teilnehmenden konnten dabei bereits viele Bestandteile wie Kamera und Schnittsoftware benennen.
Nach der Pause stand die Ideenfindung auf dem Programm. Gemeinsam wurden mögliche Themen für Tutorials gesammelt und geclustert. Am Ende standen sechs Themen zur Auswahl: Pokémon zeichnen, Backen, ein Musikvideo, Hubwagenfahren, Basteln und Nähen. Für die Umsetzung wurden vier Gruppen gebildet. Anhand eines Planungspapiers hielten die Teilnehmenden fest, was sie in ihren Videos zeigen wollten, wo gedreht werden sollte und welche Materialien benötigt wurden. Außerdem lernten sie verschiedene Möglichkeiten kennen, ein Tutorial zu gestalten, beispielsweise als Sprecher*in vor der Kamera oder mit einem Schwanenhalsstativ (Stativ mit langem, flexiblen „Hals“, das an der Tischkante befestigt wird) direkt über der Arbeitsfläche. Nach der Mittagspause stellten die Gruppen ihre Ideen vor und besprachen, wie Anfang, Mittelteil und Schluss ihrer Videos aufgebaut werden sollten.
Am zweiten Tag erhielten die Teilnehmenden zunächst Informationen zum Persönlichkeitsrecht. Anschließend wurden die iPads erklärt und auf Stativen montiert. Danach begannen die Dreharbeiten. Zwei Teilnehmende produzierten in der Küche ein Tutorial über die Zubereitung eines Skyr-Kuchens und probierten dabei unterschiedliche Kameraeinstellungen und Perspektiven aus. Zwei weitere Teilnehmende drehten einen Roomtour-Rap, in dem sie die Einrichtung der Stiftung Lichtenstern vorstellten. Die Mädchen arbeiteten an einem Zeichen- und einem Bastelvideo und erstellten für ihr Projekt mit „Stop Motion Studio“ einen Titel aus Filzbuchstaben. Da am Ende noch Zeit zur Verfügung stand, entstand außerdem ein Upcycling-Tutorial, in dem aus alten Hemden Sitzkissen genäht wurden. Der große Arbeitsbereich bot dabei ausreichend Platz, um alle Gruppen gleichzeitig bei ihren Dreharbeiten zu unterstützen.
Der dritte Tag begann mit einer Einführung in die iMovie-App. Die Teilnehmenden probierten die einzelnen Funktionen zunächst in einem Testprojekt aus. Anschließend ging es um das Urheberrecht und die Frage, welche Inhalte in eigenen Videos verwendet werden dürfen. Danach arbeiteten die Gruppen an der Bearbeitung ihrer Aufnahmen. Sie schnitten Szenen, brachten sie in die richtige Reihenfolge und ergänzten eigene Sprachaufnahmen, Musik und Geräusche. Bei längeren Aufnahmen musste teilweise gekürzt werden, damit die fertigen Tutorials nicht länger als fünf Minuten wurden.
Nach der Mittagspause waren alle Filme fertig geschnitten. Bis 15 Uhr fand eine gemeinsame Filmschau statt, bei der die entstandenen Produktionen angesehen und besprochen wurden. Entstanden waren Tutorials zum Pokémon-Zeichnen, Backen, Basteln und Nähen sowie ein Roomtour-Rap über die Stiftung Lichtenstern. Die Filme zeigten dabei die unterschiedlichen Interessen der Teilnehmenden und die im Workshop erlernten Möglichkeiten der Video- und Filmbearbeitung.
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